Ingwer in der TCM: Warum getrockneter Ingwer eine besondere Bedeutung hat

Jinhua Qiu

Ingwertee kennen die meisten von uns: Ein paar Scheiben frischen Ingwer mit heißem Wasser übergießen, ziehen lassen – fertig.

Doch wer sich mit der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) beschäftigt, entdeckt schnell, dass Ingwer dort wesentlich differenzierter betrachtet wird.

Denn Ingwer ist nicht gleich Ingwer.

Eine besonders wichtige Rolle spielt dabei die Frage, ob das Rhizom frisch oder getrocknet verwendet wird. Genau deshalb lohnt sich ein genauerer Blick auf getrockneten Ingwer und traditionelle Teemischungen, wie sie auch bei unseren TÄGLICH INGWER Tees von LITIAO zum Einsatz kommen.

Ingwer blickt auf eine lange Tradition zurück

Ingwer (Zingiber officinale Roscoe) wird seit Jahrhunderten als Gewürz und Pflanzenzubereitung verwendet.

Auch die moderne Wissenschaft beschäftigt sich intensiv mit dem Rhizom. Zu seinen charakteristischen Inhaltsstoffen gehören unter anderem Gingerole und Shogaole.

Interessant ist dabei: Die Zusammensetzung des Ingwers verändert sich durch die Verarbeitung. Trocknung und Hitze beeinflussen insbesondere das Verhältnis verschiedener Gingerole und Shogaole.

Das ist auch deshalb bemerkenswert, weil die chinesische Arzneimittellehre bereits seit langer Zeit zwischen unterschiedlichen Formen von Ingwer unterscheidet.

Frischer und getrockneter Ingwer – ein wichtiger Unterschied in der TCM

In der chinesischen Arzneimittellehre begegnet man insbesondere zwei Bezeichnungen:

Sheng Jiang (生姜) – frisches Ingwerrhizom

und

Gan Jiang (干姜) – getrocknetes Ingwerrhizom.

Beide stammen von derselben Pflanze. Trotzdem werden sie innerhalb der TCM unterschiedlich eingeordnet.

Sheng Jiang – frischer Ingwer

Frischer Ingwer wird traditionell als scharf und wärmend beschrieben und unter anderem den Funktionskreisen Lunge, Milz und Magen zugeordnet.

Traditionell findet man ihn vor allem im Zusammenhang mit der Unterstützung der „Mitte“, dem Umgang mit bestimmten sogenannten Wind-Kälte-Mustern und der Harmonisierung des Magens.

Gan Jiang – getrockneter Ingwer

Getrockneter Ingwer besitzt innerhalb der chinesischen Arzneimittellehre einen anderen Stellenwert.

Traditionell wird Gan Jiang eine deutlich stärker wärmende thermische Qualität zugeschrieben.

Hier zeigt sich ein grundlegendes Prinzip der TCM:

Nicht allein die Pflanze entscheidet über ihre traditionelle Einordnung. Auch Verarbeitung und Zubereitung spielen eine Rolle.

Das Trocknen von Ingwer ist somit aus TCM-Perspektive keineswegs nur eine Methode zur Haltbarmachung.

Was bedeutet „wärmend“ eigentlich?

Hier ist eine wichtige Unterscheidung notwendig.

Wenn die TCM Ingwer als „warm“ oder „heiß“ bezeichnet, ist damit nicht einfach die Temperatur des Getränks gemeint.

Ein Lebensmittel kann in der TCM beispielsweise als wärmend eingeordnet werden, obwohl es nach der Zubereitung abgekühlt getrunken wird.

Die Begriffe heiß, warm, neutral, kühl und kalt gehören vielmehr zur traditionellen thermischen Klassifikation von Lebensmitteln und Arzneidrogen.

Getrockneter Ingwer wird dabei traditionell auf der deutlich wärmenden Seite eingeordnet.

Das erklärt auch, warum Ingwer in der TCM so eng mit Begriffen wie Wärme, Mitte und Verdauung verbunden ist.

Warum Ingwer in der TCM mit der „Mitte“ verbunden wird

Ein zentraler Begriff der TCM ist die sogenannte Mitte.

Traditionell werden insbesondere die Funktionskreise Milz und Magen mit der Aufnahme und Verarbeitung von Nahrung verbunden.

Wichtig: Die „Milz“ oder der „Magen“ der TCM dürfen dabei nicht eins zu eins mit den anatomischen Organen der westlichen Medizin gleichgesetzt werden. Es handelt sich um Bestandteile eines traditionellen medizinischen Erklärungsmodells.

Wärmende und aromatische Zutaten spielen innerhalb dieses Systems eine besondere Rolle.

Gerade deshalb findet man Ingwer in zahlreichen traditionellen Rezepturen nicht isoliert, sondern in Kombination mit weiteren pflanzlichen Zutaten.

Und genau hier wird traditioneller Ingwertee besonders interessant.

Warum eine TCM-Rezeptur mehr ist als nur eine einzelne Zutat

Ein verbreitetes Missverständnis besteht darin, TCM-Rezepturen ausschließlich anhand einer einzigen „Hauptzutat“ zu beurteilen.

Die traditionelle chinesische Arzneimittellehre arbeitet dagegen häufig mit Kombinationen verschiedener Zutaten.

Dabei können Pflanzen innerhalb einer Rezeptur unterschiedliche Funktionen übernehmen und sich in ihrer traditionellen Charakteristik ergänzen.

Dieser Rezepturgedanke ist auch eine Inspiration für unsere LITIAO TÄGLICH INGWER Tees.

Sie bestehen nicht einfach nur aus Ingwer, sondern kombinieren getrockneten Ingwer mit weiteren ausgewählten pflanzlichen Zutaten und Gewürzen.

Dadurch entstehen drei unterschiedliche Geschmacksprofile.

TÄGLICH INGWER 1 – Ingwer trifft Jasmin und Rose

Die erste Variante verbindet die charakteristische Würze des Ingwers mit Jasmin- und Rosenblüten.

Dadurch entsteht ein deutlich blumigeres Geschmacksprofil als bei einem klassischen reinen Ingweraufguss.

Gerade diese Verbindung zeigt sehr schön einen Grundgedanken traditioneller chinesischer Rezepturen: Eine Mischung muss nicht ausschließlich aus Zutaten mit identischen Eigenschaften bestehen. Unterschiedliche Pflanzen können gemeinsam ein ausgewogenes Gesamtbild ergeben.

Das Ergebnis ist ein Ingwertee, der die kräftige Würze des Ingwers mit floralen Noten verbindet.

TÄGLICH INGWER 2 – Ingwer und Zitronengras

Wer Ingwer gerne etwas frischer und leichter im Geschmack genießt, findet diese Kombination besonders interessant.

Hier trifft die charakteristische Ingwerschärfe auf die zitronig-frische Aromatik des Zitronengrases.

Dadurch entsteht ein Tee, der trotz seines Ingwercharakters geschmacklich leichter und frischer wirkt.

Diese Kombination zeigt zugleich, warum eine Ingwer-Rezeptur sensorisch wesentlich vielseitiger sein kann als ein einfacher Aufguss aus Ingwerscheiben.

TÄGLICH INGWER 3 – Ingwer, Zimt und Apfel

Besonders deutlich wird der Rezepturgedanke bei unserem TÄGLICH INGWER 3.

Hier wird Ingwer unter anderem mit Zimt, Apfel, chinesischer Süßholzwurzel, Zitronenschale und Zitronengras kombiniert.

Vor allem die Verbindung von Ingwer und Zimt erzeugt ein würzig-warmes Geschmacksprofil, während Apfel und Zitrusnoten die Mischung geschmacklich abrunden.

Auch Zimt besitzt übrigens eine lange Geschichte innerhalb der chinesischen Pflanzenkunde. Wichtig ist allerdings auch hier die genaue botanische Art und Verarbeitung, weshalb traditionelle TCM-Zuordnungen nicht pauschal auf jedes handelsübliche Zimtprodukt übertragen werden sollten.

Getrockneter Ingwer trifft moderne Forschung

Spannend wird es, wenn man die traditionelle Verwendung von Ingwer mit der heutigen wissenschaftlichen Forschung vergleicht.

Ingwer gehört inzwischen zu den vergleichsweise intensiv untersuchten Pflanzen.

Die European Medicines Agency (EMA) hat für Zingiber officinale Roscoe, rhizoma eine eigene europäische Pflanzenmonographie veröffentlicht. Der Ausschuss für pflanzliche Arzneimittel bewertet darin wissenschaftliche Erkenntnisse und traditionelle Anwendungen von Ingwerrhizom.

Auch das National Center for Complementary and Integrative Health (NCCIH) der amerikanischen National Institutes of Health beschäftigt sich mit Ingwer und fasst die Forschung zu verschiedenen Anwendungsgebieten zusammen.

Besonders intensiv untersucht wurde Ingwer im Zusammenhang mit Übelkeit und Erbrechen. Für bestimmte Formen von Übelkeit liegen positive wissenschaftliche Hinweise vor.

Das bedeutet jedoch nicht, dass damit die gesamten traditionellen Erklärungsmodelle der TCM wissenschaftlich bestätigt wären.

Hier sollte sauber unterschieden werden:

TCM und moderne Pharmakologie betrachten dieselbe Pflanze aus unterschiedlichen Perspektiven.

Die TCM beschreibt Ingwer anhand traditioneller Kategorien wie Geschmack, thermischer Qualität und Funktionskreiszuordnung.

Die moderne Pflanzenforschung untersucht dagegen beispielsweise Inhaltsstoffe, Rezeptorwirkungen, Pharmakologie und klinische Effekte.

Interessant sind gerade die Bereiche, in denen sich traditionelle Anwendungsgebiete und moderne Forschungsfragen überschneiden.

Was passiert beim Trocknen mit Ingwer?

Auch aus naturwissenschaftlicher Sicht ist die Unterscheidung zwischen frischem und getrocknetem Ingwer interessant.

Zu den bekanntesten Scharfstoffen von frischem Ingwer gehören die Gingerole.

Durch Trocknung und thermische Verarbeitung kann sich die Zusammensetzung verändern. Dabei können aus Gingerolen unter anderem Shogaole entstehen.

Deshalb besitzen frischer und getrockneter Ingwer nicht exakt dasselbe chemische Profil.

Das ist eine interessante Parallele zur traditionellen chinesischen Pflanzenkunde, die frischem und getrocknetem Ingwer ebenfalls unterschiedliche Eigenschaften zuschreibt.

Allerdings wäre es wissenschaftlich nicht korrekt, daraus zu schließen, dass die traditionelle „wärmende Wirkung“ der TCM unmittelbar durch einen bestimmten Shogaol-Gehalt erklärt oder bewiesen sei.

Es handelt sich um zwei unterschiedliche Betrachtungsweisen.

Ingwertee muss nicht nur im Winter schmecken

Weil Ingwer in der TCM als wärmend beschrieben wird, entsteht schnell der Eindruck, Ingwertee sei ausschließlich ein Wintergetränk.

Geschmacklich muss das keineswegs so sein.

Unsere TÄGLICH INGWER Tees können nach dem vorgeschriebenen Aufbrühen mit kochendem Wasser anschließend auch abgekühlt genossen werden.

Das eröffnet gerade im Sommer eine interessante Alternative:

Den Tee zunächst wie gewohnt mit sprudelnd kochendem Wasser aufgießen und ausreichend ziehen lassen. Anschließend den Teebeutel entfernen, den Tee abkühlen lassen und nach Wunsch kühl genießen.

So verbindet sich die würzige Aromatik von Ingwer mit einem erfrischenden Tee-Ritual.

Aus Sicht der TCM bleibt dabei wichtig: Die thermische Einordnung eines Lebensmittels ist nicht identisch mit seiner tatsächlichen Trinktemperatur.

Ein gekühlter Ingwertee wird innerhalb der traditionellen Systematik deshalb nicht automatisch zu einem „kühlenden“ Lebensmittel.

Drei Ingwertees – drei unterschiedliche Genussmomente

Genau das macht Ingwer als Basis für Tee so vielseitig.

Wer florale Aromen bevorzugt, kann Ingwer mit Jasmin und Rose kombinieren.

Wer einen frischeren Charakter sucht, findet ihn in der Verbindung mit Zitronengras.

Und wer es kräftiger, würziger und fruchtiger mag, kann zu einer Kombination aus Ingwer, Zimt und Apfel greifen.

Der gemeinsame Nenner bleibt der Ingwer – und damit eine Pflanze, die seit langer Zeit einen festen Platz in der chinesischen Pflanzenkunde besitzt.

Fazit: Getrockneter Ingwer ist mehr als die haltbare Variante von frischem Ingwer

Ingwer ist ein hervorragendes Beispiel dafür, wie differenziert Pflanzen in der Traditionellen Chinesischen Medizin betrachtet werden.

Besonders spannend ist die Unterscheidung zwischen frischem Sheng Jiang und getrocknetem Gan Jiang.

Während beide aus Zingiber officinale gewonnen werden, werden ihnen innerhalb der chinesischen Arzneimittellehre unterschiedliche thermische Eigenschaften zugeschrieben.

Gleichzeitig wissen wir heute aus der modernen Pflanzenforschung, dass Trocknung und Verarbeitung tatsächlich die chemische Zusammensetzung des Ingwerrhizoms verändern können.

Unsere TÄGLICH INGWER Tees greifen die chinesische Tradition des Ingwers auf und verbinden getrockneten Ingwer mit weiteren ausgewählten Zutaten.

Ob blumig mit Jasmin und Rose, frisch mit Zitronengras oder würzig-fruchtig mit Zimt und Apfel:

So wird aus Ingwer nicht nur ein Tee, sondern ein abwechslungsreiches tägliches Tee-Ritual.

Drei Ingwertees. Drei Geschmackswelten. Welcher wird Ihrer?

Jetzt kennen Sie die besondere Bedeutung von getrocknetem Ingwer in der TCM. Bleibt eigentlich nur noch eine Frage:

Wie möchten Sie Ihren Ingwer am liebsten genießen?

🌸 Floral & außergewöhnlich
TÄGLICH INGWER 1 mit Jasmin, Rose, Lilienzwiebel und Chrysanthen

🍋 Frisch & zitronig
TÄGLICH INGWER 2 mit Zitronengras und Zitronenschal

🍎 Würzig & fruchtig
TÄGLICH INGWER 3 mit Zimt, Apfel und chinesischer Süßholzwurzel

 

 

 


Wissenschaftliche und offizielle Quellen

European Medicines Agency (EMA), Committee on Herbal Medicinal Products (HMPC): European Union herbal monograph on Zingiber officinale Roscoe, rhizoma – Revision 1, verabschiedet am 7. Mai 2025.

European Medicines Agency (EMA): Zingiberis rhizoma – herbal medicinal product. Europäische Bewertung von Ingwerrhizom.

National Center for Complementary and Integrative Health (NCCIH), National Institutes of Health: Ginger – Usefulness and Safety.

Mao Q.Q. et al. (2019): Bioactive Compounds and Bioactivities of Ginger (Zingiber officinale Roscoe). Foods, 8(6), 185.

Liao H. et al. (2015): Effects of Shengjiang (Zingiberis Rhizoma Recens) and Its Processed Products on Nitric Oxide Production in Macrophage RAW 264.7 Cells.

Li Y. et al. (2016): Wissenschaftliche Untersuchung verschiedener traditionell verarbeiteter Formen von Ingwer und ihrer chemischen Zusammensetzung.

 

Hinweis: Die beschriebenen Eigenschaften wie „wärmend“, „Mitte“, „Kälte“ oder „Funktionskreise“ beziehen sich auf das traditionelle Erklärungsmodell der TCM und stellen keine schulmedizinischen Diagnosen oder nachgewiesenen physiologischen Wirkmechanismen dar. Lebensmittel und Tees sind keine Arzneimittel und nicht zur Diagnose, Behandlung, Heilung oder Vorbeugung von Krankheiten bestimmt.

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